DAIP · WISSEN FÜR ANGEHÖRIGE
Kostenübernahme für Intensivpflege durch die Krankenkasse
Wer entscheidet über den Antrag? Welche Unterlagen werden benötigt? Hier erfahren Sie, wie Sie die Finanzierung der Versorgung zuhause Schritt für Schritt klären.
Medizinischer Bedarf ist der Ausgangspunkt
Außerklinische Intensivpflege nach § 37c SGB V kommt für gesetzlich Versicherte mit besonders hohem Bedarf an medizinischer Behandlungspflege infrage. Eine entsprechend qualifizierte Ärztin oder ein Arzt muss die Leistung verordnen. Die Krankenkasse prüft anschließend die Voraussetzungen und die geeignete Versorgung am vorgesehenen Ort.
Eine Beatmung, eine Trachealkanüle oder ein hoher Pflegegrad allein ersetzen diese Prüfung nicht. Bei beatmeten oder trachealkanülierten Menschen ist auch die ärztliche Prüfung möglicher Entwöhnung beziehungsweise Dekanülierung nach den geltenden Vorgaben relevant. Welche Untersuchungen in Ihrem Fall erforderlich sind, klärt das behandelnde Team.
So läuft die Klärung ab
Verordnung vorbereiten
Sprechen Sie das behandelnde ärztliche Team auf die notwendige Verordnung und den Behandlungsplan an. Bei einer Klinikentlassung beziehen Sie den Sozialdienst ein.
Antrag und Unterlagen
Klären Sie mit der Krankenkasse, welche Dokumente benötigt werden und wie diese eingereicht werden sollen. DAIP unterstützt bei der organisatorischen Abstimmung.
Rückfragen beantworten
Die Krankenkasse kann den Medizinischen Dienst zur Begutachtung einbeziehen. Fehlende oder unklare Angaben sollten mit den verantwortlichen Fachpersonen ergänzt werden.
Bewilligung verstehen
Prüfen Sie den bewilligten Leistungsumfang, Zeitraum und mögliche Zuzahlungen. Stimmen Sie den Versorgungsbeginn und die weitere ärztliche Betreuung rechtzeitig ab.
Diese Unterlagen sollten griffbereit sein
- Ärztliche Verordnung und Behandlungsplan, soweit bereits vorhanden.
- Relevante Entlassungsunterlagen und Informationen zum geplanten Leistungsort.
- Vorhandene Zusagen, Bescheide und Rückfragen der Krankenversicherung.
- Bei zusätzlicher Unterstützung im Alltag: vorhandener Pflegegradbescheid.
Was ist bei Eigenanteilen oder einer Ablehnung wichtig?
Bewilligte Intensivpflege bedeutet nicht automatisch, dass jede denkbare Ausgabe übernommen wird. Fragen Sie nach gesetzlichen Zuzahlungen und nach zusätzlich vereinbarten Leistungen. Bei privater Versicherung sind die Vertragsbedingungen maßgeblich.
Wird eine Leistung abgelehnt oder nur teilweise bewilligt, lassen Sie sich die Begründung erklären. Das behandelnde Team kann helfen, den medizinischen Bedarf nachvollziehbar zu dokumentieren. Für eine rechtliche Prüfung des Bescheids können Sie eine unabhängige Beratungsstelle hinzuziehen.
Quellen: § 37c SGB V und Richtlinie zur außerklinischen Intensivpflege. Informationsstand: 24. September 2026. Die Bewilligung erfolgt durch die zuständige Versicherung.
Sie müssen das nicht allein organisieren.
Schildern Sie uns Ihre Situation. DAIP hilft Ihnen, die nächsten Schritte für die Versorgung zuhause zu ordnen.